Deutschland: Legalisierung von Cannabis nach den nächsten Wahlen möglich

Die deutschen Wahlen im September werden sehr genau zu beobachten sein. Je nachdem, wie sich der neue Bundestag, das Bundesparlament, zusammensetzt, könnte Cannabis durchaus legalisiert werden. Dies ist zumindest die Meinung der renommierten Tageszeitung Die Welt. Das deutsche Pendant zu unserem Figaro nimmt kein Blatt vor den Mund: „Deutschland ist der Legalisierung von Cannabis so nahe wie nie zuvor.“ Dies wäre ein sehr starkes Signal für die größte Macht Europas und die viertgrößte der Welt. Eine Entscheidung, die Frankreich mitreißen könnte, so eng ist das „deutsch-französische Paar“ miteinander verbunden.
Um Coffeeshops in den Straßen von Berlin, München oder Frankfurt zu haben, müssten mehrere Bedingungen erfüllt werden. Das ist das Salz in der Suppe dieser parlamentarischen Republik, in der Programme je nach Koalitionen gemacht und verworfen werden. In Frankreich gewinnt die Partei, die die Präsidentschaftswahlen gewinnt, (fast) automatisch auch die Parlamentswahlen. In Deutschland ist das jedoch anders. Je nach Wahlergebnis wird eine Koalition gebildet, die eine Regierung zusammenstellt. Derzeit regiert die Christlich-Demokratische Union (CDU, Mitte-Rechts) von Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit der Sozialdemokratischen Partei (SPD, Mitte-Links). Und eine Koalition bedeutet Feilschen.
Die CDU war schon immer gegen die Legalisierung. Die Partei verweist vor allem auf ihre gesundheitlichen Gefahren. Aber ihr Partner, die SPD, wird immer mehr pro-Cannabis. „Das Programm der Partei für die Wahl ist noch nicht endgültig, aber nach dem derzeitigen Stand, sieht es eine Neuausrichtung der Drogenpolitik und insbesondere die Frage der Legalisierung von Cannabis vor“, sagt Dirk Heidenblut, Berichterstatter der SPD-Fraktion im Bundestag, in den Spalten von Die Welt.
Die konservative Partei „isoliert sich mit ihrem Verbot“
Die Konsequenz: Wenn sie das Kanzleramt behalten will, könnte der Damm brechen. So könnte die CDU ihren Widerstand gegen die Legalisierung aufgeben, um ihren Koalitionspartner zufrieden zu stellen. Momentan sehen die Umfragen die CDU gleichauf mit den Grünen bei jeweils 25 %. Es folgen die SPD mit 15 %, die Liberalen und die extreme Rechte mit jeweils 10 %.
Und unter den großen Parteien „isoliert sich die CDU mit ihrem Cannabisverbot“, so die Journalistin
Im Moment behält Deutschland eine eher lockere Gesetzgebung in Bezug auf Cannabis bei. Zunächst einmal ist die Substanz seit 2016 für Kranke zugänglich. Im Freizeitbereich stellt die deutsche Justiz – seit 1992 (!) – kleine Mengen Cannabis nicht mehr unter Strafe.
So ist es in Baden-Württemberg möglich, mit sechs Gramm Blüten herumzulaufen, ohne eine Verhaftung zu riskieren. In Nordrhein-Westfalen steigt die Quote auf zehn Gramm. In der Hauptstadt Berlin ist es sogar möglich, bis zu 15 Gramm Cannabis pro Erwachsenen zu besitzen. Auf Bundesebene legt der Oberste Gerichtshof Deutschlands die Grenze bei 7,5 Gramm fest. Trotz dieser Genehmigungen bleibt Cannabis eine Droge der Kategorie 3, deren Handel mit 25 000 Euro Geldstrafe und zwei Jahren Gefängnis geahndet werden kann.
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