Deutschland vergibt Lizenzen für den heimischen Anbau von medizinischem Cannabis

Mit einer zweimal verschobenen Frist und zwei rechtlichen Schritten gegen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) war der Prozess der Vergabe von Lizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland kein Zuckerschlecken. Die Lizenzen hätten bereits im April 2018 vergeben werden sollen. Drei Lizenzen wurden gerade erst vergeben, doch dieses Ergebnis ist noch nicht endgültig.
Kanadische Unternehmen an der Spitze
Die erste Runde der Lizenzvergabe war gestoppt worden, weil eine rechtliche Klage gegen das Verfahren eingereicht worden war. Das BfArM musste ihn daraufhin überarbeiten. In der zweiten Runde hatten sich 79 Unternehmen beworben. Sie konkurrierten um 13 Verträge mit der deutschen Regierung über die Produktion von 800 kg Cannabis über einen Zeitraum von vier Jahren. Zu den ausgewählten Unternehmen gehörten zwei kanadische Riesen: Aurora Cannabis und Aphria, die beide fünf Lose, d.h. jeweils einen Produktionsvertrag über 4.000 kg (über vier Jahre), gewannen.
Neben den kanadischen multinationalen Unternehmen stach ein Berliner Start-up-Unternehmen, Demecan, aus der Masse heraus. Sie erhielt die drei Lose zu je 800 kg, die noch übrig waren. Dennoch stellt man bei näherer Betrachtung fest, dass das Start-up in einem Joint Venture mit dem kanadischen Konzern Wayland Group ist. Es sieht also so aus, als hätten kanadische Unternehmen das große Los gezogen, was den deutschen Markt für medizinisches Cannabis angeht.
Ausgang noch ungewiss
Diese Entscheidung ist jedoch nicht endgültig und wurde vom BfArM nicht offiziell bestätigt, da eine (zweite) rechtliche Klage gegen den Vergabeprozess noch anhängig ist. Sollte sie erfolgreich sein, könnte sie diese Ergebnisse beeinflussen. Das Urteil muss in den kommenden Monaten gefällt werden, weshalb erwartet wurde, dass die Lizenzen erst im Juni vergeben werden. Das BfArM erwartet die erste Ernte für das erste Viertel des Jahres 2020, sie könnte aber auch schon Ende des Jahres eintreffen.
Der heimische Anbau von medizinischem Cannabis wird von den Patienten sehr erwartet, die derzeit große Schwierigkeiten haben, sich mit Cannabis zu versorgen. Da es keine lokale Produktion gibt, ist der Markt von kanadischen und niederländischen Importen abhängig. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die geplanten 10.400 Kilogramm ausreichen werden, um deutsche Patienten vier Jahre lang zu versorgen. Zumal die Nachfrage nach medizinischem Cannabis immer weiter steigt. Deutschland wird sicherlich weiterhin Cannabis importieren müssen, aber der heimische Anbau wird zumindest die Kosten für die Importe senken.
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